Menschenrechtsaktivistin Mohammadi aus Haft entlassen

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Der Spiegel

Die iranische Menschenrechtlerin Nargess Mohammadi ist freigelassen worden. Ein Sprecher der Justizbehörde in Sandschan im Nordwesten Irans bestätigte dies. Mohammadi, 48, war aus politischen Gründen und „Propaganda gegen das iranische Regime“ zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Wie die Nachrichtenagentur Tasnim mitteilte, kam sie nun jedoch bereits nach achteinhalb Jahren frei. Mohammadi gehört zu den renommierten Menschenrechtlern in Iran und ist eine Gegnerin der Todesstrafe. Ihre Haft saß sie zwischenzeitlich im Evin-Gefängnis in Teheran ab; die Bedingungen in der Haftanstalt gelten als besonders brutal. Mohammadi hatte sich im August mit dem Coronavirus infiziert; bereits zuvor war ihr Gesundheitszustand immer wieder schlecht gewesen.

„Ich wünsche allen Gefangenen Freiheit“

2019 etwa litt sie an einem Blutgerinnsel in ihren Lungen und an einer neurologischen Erkrankung, die zu Krampfanfällen und Lähmungserscheinungen führt. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte ebenso wie Amnesty International hatten wegen der instabilen Gesundheit Mohammadis auf eine vorzeitige Entlassung gedrängt und darauf hingewiesen, dass die Aktivistin besonders anfällig für eine Ansteckung mit dem Coronavirus

Mohammadi ist Vizepräsidentin des Zentrums für Menschenrechte, das von der Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi gegründet wurde. Seit 1998 wurde sie immer wieder inhaftiert und unter anderem wegen „Gründung einer verbotenen Gruppierung“, „Versammlung und Verschwörung gegen die nationale Sicherheit“ und „Verbreitung von Propaganda gegen das System“ mehrfach zu langen Freiheitsstrafen verurteilt.

Mohammadi ist Mutter von Zwillingen. Die Kinder leben bei Mohammadis Ehemann Taghi Rahmani, der 2012 nach Absitzen einer Freiheitsstrafe ins Exil nach Frankreich floh. Rahmani twitterte, seine Frau sei um Mitternacht aus dem Sandschan-Gefängnis entlassen worden. Er wünsche allen Gefangenen Freiheit.

mst/dpa

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