Annäherung von Sudan und Israel: Revolution im Nahen Osten

Share on facebook
Share on google
Share on twitter
Share on linkedin
Share on telegram

Foto:EPA-EFE/ABIR SULTAN / STRINGER

Nach Bahrain und den Emiraten nimmt nun auch Sudan politische Beziehungen zu Israel auf. Alte Feinde versöhnen sich – um die Macht Irans einzudämmen.

Von Richard C. Schneider

Mit der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Sudan werde seine Beziehungen zu Israel normalisieren, setzt sich im Nahen Osten ein Prozess fort, den man getrost einen Paradigmenwechsel nennen kann. Nach den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Bahrain ist Sudan das dritte Land der Arabischen Liga, das innerhalb weniger Monate diplomatische Beziehungen zu Israel aufgenommen hat. Und vor allem die zu Sudan sind dabei von besonderer symbolischer Bedeutung.

Immerhin haben die VAE und Bahrain mit Israel niemals Krieg geführt. Sudanesische Truppen hingegen kämpften im sogenannten Unabhängigkeitskrieg 1948 gegen Israel. In Khartum, der Hauptstadt des afrikanischen Landes, hatte die Arabische Liga außerdem 1967 ihre Resolution mit den berühmten „drei Neins“ verabschiedet: Nein zum Frieden mit Israel, Nein zur Anerkennung des jüdischen Staates, Nein zu Verhandlungen mit Jerusalem.

Pragmatische Interessen

Nun also ein dreifaches Ja. Natürlich stehen dahinter pragmatische wirtschaftliche und politische Interessen der sudanesischen Übergangsregierung. Das Land ist arm und braucht dringend Hilfe. Und Präsident Trump hat, im Gegenzug für die Anerkennung Israels, Sudan von der Liste der Terrorismus unterstützenden Länder gestrichen. Damit werden Sanktionen aufgehoben, das Land erhält sofort Wirtschaftshilfe in dreistelliger Millionenhöhe.

Sudan befindet sich auf einem wackeligen Weg in Richtung Demokratie und braucht die Hilfe der USA. Gleichzeitig gibt es viele Gruppen im Land, die andere Interessen haben und Israel nach wie vor feindlich gesinnt sind. Denn bis zum Sturz von Staatspräsident Umar al-Baschir 2019 war Sudan ein enger Verbündeter Irans. Teheran nutzte das Land, um die radikalislamische Hamas und den Islamischen Jihad aufzurüsten, die gegen Israel kämpfen. Israels Luftwaffe bombardierte daher immer wieder Waffenkonvois in Sudan, die auf dem Weg nach Gaza waren.

Share on facebook
Share on google
Share on twitter
Share on linkedin
Share on telegram