Israelische Agenten sollen Qaida-Vize getötet haben

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Foto: Handout/AFP/ Offenbar getöteter Quaida- Vize Abu Mohammed al-Masri

Im Auftrag der USA haben offenbar israelische Geheimagenten den stellvertretenden Anführer des Terrornetzwerks al-Qaida umgebracht. Laut „New York Times“ wurde er in Iran erschossen.

Die Nummer Zwei des Terrornetzwerks al-Qaida ist offenbar tot. Bereits im August soll der Vizechef in Iran getötet worden sein, berichtet die „New York Times“ unter Berufung auf Geheimdienstbeamte. Abu Mohammed al-Masri sei von zwei Männern auf einem Motorrad in Teheran erschossen worden. Bei den Männern habe es sich um israelische Geheimagenten gehandelt, die laut Aussagen von vier Beamten im Auftrag der USA aktiv geworden seien. Die Rolle der Amerikaner, falls diese Informationen so zutreffen, sei jedoch unklar.

Iran dementierte am Samstag den Bericht. Es gäbe keine „Terroristen“ der al-Qaida auf iranischem Boden, teilte das Außenministerium in Teheran mit. „Von Zeit zu Zeit versuchen Washington und Tel Aviv, Iran mit solchen Gruppen in Verbindung zu bringen, indem sie lügen und falsche Informationen an die Medien durchsickern lassen, um sich der Verantwortung für die kriminellen Aktivitäten dieser Gruppe und anderer terroristischer Gruppen in der Region zu entziehen“, so das Ministerium.

Masri, auch bekannt als Abdullah Ahmed Abdullah, war der Stellvertreter des Qaida-Anführers Aiman al-Sawahiri und galt als sein möglicher Nachfolger. Der Qaida-Vize wird für die tödlichen Bombenanschläge auf die US-Botschaften in Tansania und Kenia im Jahr 1998 verantwortlich gemacht, bei denen 224 Menschen getötet und mehr als 5000 weitere verletzt wurden. Die USA führten ihn auf ihrer Liste der meistgesuchten Terroristen und hatten eine Belohnung in Höhe von zehn Millionen Dollar (9,3 Millionen Euro) für Hinweise zu seiner Ergreifung ausgesetzt. Bislang ist das Foto von al-Masri, dessen Alter auf 57 Jahre geschätzt wird, noch immer auf der Liste der Meistgesuchten des FBI zu sehen.

Geheimdiensteinsatz am Jahrestag der Botschaftsanschläge

Bei dem Geheimdiensteinsatz, der am 7. August, dem Jahrestag der Botschaftsanschläge, stattgefunden haben soll, sei auch Masris Tochter Miriam gestorben. Sie war eine Schwiegertochter von Qaida-Gründer Osama bin Laden, der 2011 in einem Versteck in Pakistan von einer US-Spezialeinheit getötet worden war. Bin Laden wird für die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA verantwortlich gemacht. Vom Sicherheitsstab des US-Präsidialamts war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Das schiitische Iran und al-Qaida, eine militante sunnitisch-muslimische Organisation, sind eigentlich seit Langem verfeindet. Masri soll sich seit 2003 in iranischem „Gewahrsam“ befunden haben und seit 2015 frei in einem gehobenen Vorort von Teheran gelebt haben, zitierte die „NYT“ US-Geheimdienstmitarbeiter. US-Terrorismusbekämpfer glaubten laut der Zeitung, dass Iran, ebenfalls ein Feind der USA, den Qaida-Vize möglicherweise dort leben ließ, um Operationen gegen US-Ziele durchzuführen.

Auswirkungen von Masris möglichem Tod auf Aktivitäten von al-Qaida bleiben unklar. Auch wenn die Terrororganisation in den fast zwei Jahrzehnten seit den Angriffen auf New York und Washington hochrangige Führungspersönlichkeiten verloren hat, konnte sie ihre Aktivitäten vom Nahen Osten über Afghanistan bis nach Westafrika aufrechterhalten.

kig/Reuters/AFP

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