Südkorea schickt Marineeinheit zum Persischen Golf

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Zeit – Online

Der Iran hat einen unter südkoreanischer Flagge fahrenden Tanker beschlagnahmt. Südkorea entsendet deswegen als „Sicherheitsmaßnahme“ eine Antipiraterieeinheit.

Nach der Festsetzung eines unter südkoreanischer Flagge fahrenden Öltankers durch den Iran schickt Südkorea eine Antipirateriemarineeinheit in Richtung Persischer Golf. Die Cheonghae-Einheit mit dem Zerstörer Choi Young sei zum Ort des Vorfalls unterwegs, teilte das Außenministerium in Seoul mit. Es treffe „Sicherheitsmaßnahmen für unsere Schiffe, die sich in dem umliegenden Meeresgebiet befinden“. Weitere Details wurden nicht genannt.

Das Ministerium könne bestätigen, dass der Tanker Hankuk Chemi, der nahe Oman in der Straße von Hormus unterwegs gewesen sei, auf Ersuchen der iranischen Behörden in die Gewässer des Iran fahre, hieß es. Es rief Teheran auf, das Schiff sofort freizugeben. Zusammen mit der südkoreanischen Botschaft im Iran werde überprüft, ob alle Besatzungsmitglieder des Chemikalien- und Ölprodukte-Tankers in Sicherheit seien. Es waren demnach 20 Besatzungsmitglieder an Bord, unter ihnen fünf Koreaner. Die anderen kommen aus Myanmar, Indonesien und Vietnam.

Die iranische Nachrichtenagentur Isna hatte zuvor unter Berufung auf die Revolutionsgarden des Landes berichtet, der Tanker werde in die Hafenstadt Bandar Abbas geleitet. Die Revolutionsgarden warfen der Besatzung des Tankers demnach vor, mit seiner Ethanol-Ladung die Gewässer im Persischen Golf verschmutzt zu haben. Die Besatzung sei festgenommen worden, meldeten die halbstaatlichen Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim.

Wichtige Handelsroute für den Öltransport

Laut dem Außenministerium des Irans hatte die Festsetzung des Tankers lediglich einen technischen und keinen politischen Hintergrund. „Sich Sorgen um die Verschmutzung seiner Gewässer zu machen und diesbezüglich im Rahmen internationaler Vorschriften zu handeln, ist für jedes Land normal und legitim“, sagte Außenamtssprecher Said Chatibsadeh laut der Nachrichtenagentur Tasnim. Laut Revolutionsgarden soll die Staatsanwaltschaft von Bandar Abbas juristische Schritte gegen das Schiff einleiten.

Die Beobachtungsstelle United Kingdom Maritime Trade Operations meldete, es habe in der Straße von Hormus eine „Interaktion“ zwischen einem Handelsschiff und iranischen Behörden gegeben. In der Vergangenheit war es in der Straße von Hormus mehrfach zu Zwischenfällen gekommen. Die USA machten den Iran für Angriffe auf Handelsschiffe in dem Seegebiet verantwortlich, was die Führung in Teheran bestritt. Die Meerenge ist vor allem für den Öltransport eine international wichtige Handelsroute.

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