Seit dem Aufstand vom Dezember 2017 hat sich die Situation im Iran dramatisch verändert. Ein neues Kapitel in der iranischen Geschichte hat begonnen: der Beginn des Zusammenbruchs der Islamischen Republik. Diese Ära wird durch die folgenden Ereignisse definiert: Erstens hat das islamische Regime seine verbleibende Legitimität verloren. Eine absolute Mehrheit der iranischen Bevölkerung glaubt, dass der Sturz des Regimes notwendig ist, um die komplexen
Herausforderungen des Landes zu bewältigen. Zweitens haben Misswirtschaft und Korruption der Regierung ein neues unerträgliches Ausmaß erreicht. Alle paar Monate steht das Land vor erneuten großen Krisen und Finanzskandalen, aber die Regierung ist nicht in der Lage, eine sinnvolle Lösung zu finden. Letztendlich ist das Regime nicht in der Lage, die Probleme der auswärtigen Beziehungen zu lösen, was zu zusätzlichen Sanktionen führte, die den Iran weiter isoliert und sein Wirtschaftssystem zerstört haben. Die iranische Bevölkerung sucht nach einer
Alternative zum islamischen Regime. Es sind in naher Zukunft weit reichende Unruhen und Aufstände gegen die Regierung zu erwarten.
Da es jedoch keine Führerschaft und kein Koordinierungsorgan gibt, das einen friedlichen Machtwechsel leiten und sicherstellen kann, ist das Risiko von gewaltsamen Ausschreitungen und Bürgerkrieg sehr hoch. Ohne eine Führung, die den Weg zur Demokratie mit friedlichen Mitteln, die alle Schichten der Gesellschaft, Überzeugungen und Weltanschauungen umfassen, bewältigen kann, ist die Gefahr von Chaos, Anarchie und Bürgerkrieg, wie es in Syrien oder im
ehemaligen Jugoslawien geschah, sehr wahrscheinlich. Angesichts dessen haben sich in den letzten Monaten bedeutende politische Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland versammelt, um mit der Bildung eines Rates zu beginnen, der den Übergang zu einer demokratischen politischen Ordnung im Iran steuern kann.
Der Übergangsrat wurde von den wichtigsten prodemokratischen iranischen politischen Gruppen und interessierten Personen gebildet. Als Gründergruppe für den Übergangsrat sind die Unterzeichner bestrebt, alle führenden oppositionellen Gruppen und bekannten politischen Aktivisten aus allen politischen Spektren, die die Prinzipien der Menschenrechte und der Demokratie akzeptieren, zur Zusammenarbeit zu bewegen. Wir möchten sie alle dazu aufrufen, sich an einer gewaltfreien Bewegung zur Schaffung einer reaktionsfähigen Demokratie im Iran
zu beteiligen.
Im Laufe der letzten 18 Monate haben die Mitglieder des Übergangsrates intensive Gespräche mit Hunderten von Menschen aller politischer Richtungen geführt:
freiheitsliebende Republikaner, konstitutionelle Monarchisten, iranische Volksgruppen, linke Parteien, liberale Demokraten und Religionsbegeisterte in einem säkularen Staat. Wir glauben, dass keine einzige Orientierung oder Überzeugung die soziale Kluft von 85 Millionen Iranern überbrücken kann, um eine legitime, stabile und nachhaltige Lösung für eine postislamische Ära anzubieten. Wenn wir einen Übergang zu einer friedlichen Demokratie wollen, müssen wir alle Ideen begrüßen und zusammenarbeiten.
Bisher haben sich schon Dutzende von Prominenten und Aktivisten mit sehr unterschiedlichen Hintergründen und politischen Zugehörigkeiten der gemeinsamen Sache des Iranischen Übergangsrates für den friedlichen Übergang des Iran von der Islamischen Republik zu einem pluralistischen, weltlichen und demokratischen Staat angeschlossen. Unser Ziel ist es, den Übergang zu vollenden und zugleich die territoriale Integrität des Iran zu wahren, eine von der UNO überwachte freie Wahl zu gewährleisten und eine Regierung zu bilden, die die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der UNO und ihre Änderungen einschließt.
Der friedliche Übergang des Iran zu einer säkularen Demokratie ist das bestmögliche Szenario für die ganze Welt und den Nahen Osten. Wir glauben, dass der Iran mit einem solchen Übergang seinen wohlverdienten Platz unter den anderen demokratischen Nationen finden wird, dass er sich in die internationale liberale Ordnung integrieren wird und dass er sein beträchtliches ökonomisches Potenzial erkennen wird, um allen Iranern ein erfolgreiches Leben in Wohlstand zu ermöglichen. Wir wollen in allen wirtschaftlichen, kulturellen, wissenschaftlichen und technologischen Aspekten mit unseren Nachbarn und allen Nationen der Region einschließlich der arabischen Staaten und Israels in Frieden und in Gemeinschaft leben können und mit diesen zusammenarbeiten.
Wir sind zuversichtlich, dass die demokratischen Nationen keine weitere syrische Tragödie erleben wollen, die bereits verhängnisvolle Folgen für die Region und die gesamte Welt hatte. Wir sind entschlossen, diese Tragödie zu vermeiden. Wir, die Gründer des Übergangsrates (ITC), möchten Sie um Ihre moralische Unterstützung für diesen Zweck bitten. Wir freuen uns darauf, mit Ihnen zusammenzuarbeiten, über den Übergangsrat, seine Ziele und Potenziale zu
diskutieren und Ihre Gedanken dazu zu hören.