IRAN: Die Zeit ist gekommen

von David Etebari

 

Vor 79 Jahren, als sich der dunkle Schatten des Faschismus in Europa und vielen Teilen der Welt ausgebreitet hatte, schrieb der britische Premierminister Sir Winston Churchill in einem Brief an den US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt: „Wenn nötig, werden wir den Krieg allein fortsetzen und wir haben keine Angst davor. Aber ich vertraue darauf, dass Sie erkennen, Herr Präsident, dass die Stimme und die Macht der Vereinigten Staaten nichts zählen, wenn sie diese zu lange zurückhalten. Sie bekommen sonst vielleicht ein völlig unterjochtes und nazifiziertes Europa, das mit erstaunlicher Schnelligkeit aufgebaut wurde und einer Bedeutung, der wir vielleicht nicht gewachsen sind.“

Die Bedrohung, der die Welt heute ausgesetzt ist, ist nicht geringer. Die Ereignisse, die zur Gründung der regierenden Islamischen Republik im Iran vor 40 Jahren führten, hatten einen großen Einfluss auf den historischen Weg des Iran, des Nahen Ostens, der Welt und der Menschheit. Seitdem haben wir den Aufstieg des islamischen Extremismus, der Dschihadisten, der Selbstmordattentate, der Enthauptungen, der Massenasyle und des von der Regierung finanzierten Terrorismus erlebt. Mit dem Aufkommen des politischen Islam rückte auch der Frieden zwischen Israel und seinen Nachbarn in weite Ferne. Hamas, Al-Kaida, ISIS und die weitreichenden Stellvertreter der Islamischen Republik wie die Hisbollah im Libanon, Irak und anderen Teilen der Welt haben neue Herausforderungen für den Weltfrieden geschaffen.

Mittlerweile waren die Ayatollahs und ihre Militärmaschinerie, die durch Petro-Dollars und dem lukrativen Handel mit Europa, Russland und China unterstützt wurden und durch nachgewiesene Unterschlagungen von Milliarden von Dollar aus Regierungs- und Privatprojekten, stärker geworden. Gleichzeitig wurden einige dieser Mittel an andere Diktatoren wie die in Syrien und Venezuela weitergeleitet und Terroristen in Afghanistan, Libanon, Saudi-Arabien, Jemen, Bahrain, Afrika, Europa und Israel finanziert. Inzwischen haben sie den Rest der gestohlenen Gelder auf ihren Multimillionen-Dollar-Bankkonten in Europa, Kanada, den VAE, Lateinamerika, Russland, China und den USA gehortet.

Vor einem Vierteljahrhundert stand die Welt vereint gegen die rassische Diskriminierung in Südafrika. Nach dem Sieg gegen das Apartheid-Regime sagte der neu gewählte südafrikanische Präsident Nelson Mandela in seiner wegweisenden Rede vor den Vereinten Nationen: „Wir glauben, dass es für die universelle Wirksamkeit und Achtung der Erklärung der Menschenrechte und der UN-Charta in der Tat von großer Bedeutung war, dass die Vereinten Nationen die Einwände des Apartheidregimes zurückgewiesen haben, dass die schwere Verletzung der Menschenrechte in Südafrika eine innenpolitische Angelegenheit sei, die die Weltorganisation weder rechtlich noch legitim betrifft“.

Die grundlegende Botschaft visionärer Führer wie Churchill und Mandela war, dass alle Bürger der Welt das gleiche Schicksal teilen und daher zusammenstehen und sich an die gemeinsamen Prinzipien halten müssen, die sich von denen mit diskriminierenden Ideologien und Plänen wie Nationalsozialismus, Faschismus, Rassismus, Fanatismus und dergleichen unterscheiden, und sich vor denen schützen wollen, die alles, wofür die freie Welt gekämpft hat und auf dem sie beruht, vernichten wollen.

Die Tyrannen entwickeln sich weiter und tauchen immer wieder auf, und diejenigen, die nicht die langfristige Vision haben, die Grundsätze von Freiheit und Menschenrechten für alle im Rahmen der Diplomatie und des Friedens oder vorübergehender wirtschaftlicher Vorteile einzuhalten, fördern weiterhin eine Politik der Besänftigung der Despoten unter Missachtung der Not ihrer Opfer und übersehen, dass die Bedrohung für unsere Lebensweise immer größer wird. Große Führer der Vergangenheit sahen sich auch mit den so genannten progressiven Appeasement-Aufrufen (Beschwichtigungs-Aufrufen) konfrontiert, aber sie standen entschieden für das, was sie auszeichnet. Sie wussten, dass sie bei Verhandlungen mit dem Ziel kurzsichtiger vorübergehender Gewinne die Zukunft ihrer Nationen, der Welt und der Zukunft unserer Kinder gefährden würden.

Jüngst erklärten 28 iranische Frauen und Männer öffentlich: „Mit friedlichem und anhaltendem zivilen Ungehorsam werden wir uns von dem Übel der Islamischen Republik befreien und in einem nationalen Referendum unter der Aufsicht der internationalen Organisationen unser Schicksal selbst bestimme. Dann werden wir den Wiederaufbau unseres zerrütteten Landes den guten, weisen, sachverständigen, uneigennützigen und patriotischen Iranern anvertrauen.“ Sie fuhren fort: „Wir bitten das Volk, die Regierungen und die Menschenrechts- und Zivilgesellschaften der Welt, die Islamische Republik niemals als Vertreter des iranischen Volkes zu betrachten“.

Heute befinden sich mindestens 14 dieser angesehenen und mutigen iranischen Anwälte, Künstler, Lehrer, Umweltschützer, Schriftsteller, Dichter, Gewerkschaftsführer und Aktivisten, die an die gleichen Prinzipien der intellektuellen Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und des Wohlstands glauben wie der Rest der freien Welt, in den Gefängnissen des verbrecherischen Regimes im Iran. Diese Menschen haben lediglich den schlichten Akt des Widerspruchs gegen geschlechtsspezifische, ethnische und religiöse Apartheid im Iran gewagt.

Heute müssen die Weltdemokratien an der Seite des iranischen Volkes stehen, um zu helfen, die unsichtbare „Mauer“ niederzureißen, die von diesem Regime allmählich in Form einer religiösen Teilung errichtet wurde. Dies sollte geschehen, bevor wir alle vor einer mächtigeren nuklear bewaffneten sektiererischen Diktatur stehen, die die grundlegendsten internationalen Normen, wie die Immunität der Botschaften anderer Nationen, nicht respektiert und dabei gleichzeitig Extremismus, Diskriminierung, Hass und Terrorismus im Iran, dem gesamten Nahen Osten und in der ganzen Welt fördert, finanziert und exportiert.

Stattdessen würde die Unterstützung zur Etablierung einer liberalen säkularen Demokratie im Iran, verbunden mit der freien Welt, die Entwicklungsrichtung des Nahen Ostens ändern, aber diesmal zugunsten einer wohlhabenderen und friedlicheren Region. Ein friedlicher säkularer Naher Osten wird mit dem Rest der Welt kooperieren und so wirtschaftliche Wachstumschancen und Wohlstand für den Nahen Osten und die ganze Welt bieten ganz im Gegensatz zu einem Brutplatz für Entfremdung und Extremismus.

Die Diktatur im Iran, wie alle vor ihr, ist aufgrund ihrer eigenen sektiererischen Irrtümer, ihres inhärenten Fanatismus, ihrer Ineffizienz, ihrer Gier und Korruption zum Zusammenbruch verurteilt. Der starke Wille des iranischen Volkes, das in seiner langen Geschichte viele Herausforderungen gemeistert hat, ist ein weiterer Faktor, der das Ende der Hegemonie der Ayatollahs herbeiführen wird. Durch 40 Jahre Kampf und Erfahrung haben die Iraner ein neues Paradigma der Integration und Einheit bei ihren Bemühungen, ihre alte Nation zu retten, erreicht. Sie haben Tyranneien und Besatzungen schon überwunden und werden es wieder tun. Zur Not auch „allein“, wenn es sein muss. Voraussetzung dafür ist, dass sie „keine Angst davor haben „.

Viele Iraner kämpfen mit gewaltfreien Mitteln gegen diese machtorientierte Kultur und fordern andere nicht auf, für sie zu kämpfen. Doch sie „vertrauen“ den Staatsoberhäuptern der Welt darin, „nicht zu beschwichtigen oder dieser korrupten, fanatischen, unmenschlichen und expansionistischen Tyrannei Rettungsleinen zuzuwerfen. Denn ihre „Stimme und Macht …. würde nichts mehr zählen, wenn sie zu lange zurückgehalten würden“. Unsere weltlichen Prinzipien, Wünsche und Schicksale sind die gleichen und „wir werden uns nie ergeben“.

Die geäußerte Meinung spiegelt nicht unbedingt die der ITC wider.

Übersetzung: Susanne & David Morgenroth/Susann & Madjid Toussi